Brumann Fischerei und Sportartikel AG

Oktober 2010

Nach einer schönen Autofahrt über Innsbruck, Kitzbühl und über die Felberntauernpassstrasse erreichen wir das charmante Städtchen Lienz.
Wie in den vergangenen Jahren erwartete uns dort österreichische Gastfreundschaft, welche keine Wünsche offen lies und wir fühlten uns von Anfang an wie zu Hause.
Schon der erste Kurstag hatte es in sich: zuerst ergiebige Regengüsse, dann starker Schneefall welcher ganz Lienz in weiss bettete. So nach dem Motto "nichts hält uns auf" ging es nach dem Wurftraining ans Wasser, wo schon die ersten kapitalen Äschen auf die Fliege gingen.
Unsere Gastgeber staunten nicht schlecht, als wir kurz nach dem Eindunkeln ziemlich durchnässt, mit kalten Händen und fröhlichen Gemütszustand zum Hotel zurückkamen. "Ihr warts be diesem Wetter fiischen?!?"
Die Wettervorhersagen sorgten eben dafür, dass wir diesen Tag in vollen Zügen genossen haben, weil anschliessend Sonne und mildere Temperaturen versprochen wurden...
Im Verlauf der Woche sorgten wie jedes Jahr zahlreiche Erlebnisse abendfüllend für Gesprächsstoff, an welchen man sich freudig und nachhaltig zurückerinnern wird. Einen davon möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Mit Carlo, einem treuen Kursteilnehmer von uns, war ich an der kleinen Drau. Ein schöner erfolgreicher Fischertag neigte sich dem Ende zu. Zufrieden setzten wir uns unweit vom Flussufer in den Schnee und tauschten wieder einmal einige Lebensweisheiten aus. Plötzlich vernahm ich ein Geplätscher. Mein erster Gedanke galt einer Wasseramsel oder den dort vorkommenden Enten. Trotzdem achtete ich auf die vermeintliche Stelle, während wir weiter philosophierten.
Keine 10 Sekunden darauf zeigte sich dort eine Regenbogenforelle beim jagen. Mir blieb fast das Wort im Halse stecken, was für ein Fisch! Gut 60cm und aktiv am fressen! Das ist die Gelegenheit, dachte ich, die darauf ein klein wenig getrübt wurde, weil wir ohne Streamer am Wasser waren. Tja, die grösste Nymphe wird's wohl auch tun.
So platzierten wir uns oberhalb dieses schönen Fisches und Carlo liess die Nymphe am langen Vorfach zum Fisch driften. Auf seiner Höhe nahm er die Fliege strippend wieder ein. Beim dritten Versuch dann ein Biss, jedoch ohne den Fisch haken zu können! War sie es??
Vorsichtig ging ich zu der Stelle zurück und beobachtete ihren vermeintlichen Standort für ein paar Minuten. Ja, sie war's wohl, der schöne Fisch war nicht mehr auszumachen. So blieb es für dieses Mal bei einem aufregenden Erlebnis.
Schnell ging die Woche vorbei und am letzten Kurstag zeigte sich auch die Möll von ihrer besten Seite. Am Nachmittag fand dort ein Köcherfliegenschlupf der Extraklasse statt. Tief beeindruckt von diesem wunderbaren Naturschauspiel beobachtete ich das Treiben dieser faszinierenden Insekten. Vereinzelt konnte ich sogar die Männchen dabei beobachten, wie sie die Weibchen durch die Lüfte trugen, um dann auf festem Untergrund für die Nachkommen zu sorgen.
Und immer wieder Kursteilnehmer, die mit einer Äsche, teilweise über der Halbmetermarke, im Drill waren.
Beim abschliessenden Dinner d'adieu liessen wir diese schöne Woche nochmals revue  passieren und schmiedeten beim anschliessenden Schlumi im alten Rathaus schon Pläne für das nächste Jahr.
Ich freue mich heute schon auf Lienz 2011!
Thomas Diener