Schön gefärbte Wandersaiblinge jenseits der 5kg Marke ist der Traum jedes Fliegenfischers. Aber wo, ja wo um Himmelswillen kann man auf diese Traumfische fischen ohne dabei eine fünfstellige Summe auszugeben?
Alaska? Kannst Du vergessen, da frisst der Flug schon die Hälfte. Aber man hört immer wieder von Taimyr-Putorana in Mittelsibirien.
Jedoch hat das ganze einen, ja einen grossen Haken. Dieses Gebiet ist für Ausländer gesperrt!
Russija Fishing machte sich zur Aufgabe im August 2010 eine solche Reise zu organisieren. Voraussetzung war, dass die ganze Reise (14 Tage) nicht über sFr. 6000.- kostet und zwar alles Inklusive!
Kurz gesagt, wir haben nach einem halben Jahr, unzähligen Telefonanrufen, schlaflosen Nächten und abgefressenen Fingernägeln die Bewilligung zur Einreise nach Norilsk erhalten.
Nur was haben wir von einer telefonischer Zusage? Nichts! Also setzten wir uns mit den Behörden in Russland wieder in Verbindung mit der Bitte uns alles per Fax zu bestätigen und die Bewilligungen uns per Kurier zukommen zu lassen.
Es vergingen wieder mehrere Wochen als ich vom FSB Russia, ehemaliges KGB einen Fax erhielt. Bewilligung zur Einreise im August 2010 erteilt, juhui es hat geklappt. Nach einigen Tagen kam auch alles via Kurier.
Also jetzt kann es losgehen. Die Gruppe war zusammen und wir trafen uns im Flughafen München.
Von dort ging es via Moskau nach Norilsk (ja ja, wir wurden schon in Moskau vom FSB registriert). In Norilsk angekommen standen auch schon wieder einige Polizisten auf uns wartend am Ausgang.
Alles OK, und weiter zur Registration im Hotel. Natürlich musste die Empfangsdame auch wieder alle beim FSB melden.
Macht nichts, wir mussten ja eh auf den Weiterflug mit dem MI-8 Helikopter warten. Also registrieren und ein-zwei oder ?? Bierchen hinter die Kiemen kippen.
Pünktlich erschienen unsere zwei Kleinbusse und brachten uns zum Heliport ca. 30 Minuten ausserhalb von Norilsk.
Ach ja, Norilsk ist eine Industriestadt in der Erz, Gold, usw. unter Tage abgebaut wird. Die Stadt ist nicht erwähnenswert aber jetzt weiss ich warum sie für Ausländer gesperrt ist. Jedoch lassen wir das.
Beim Heliport mussten wir noch etwas warten aber dann ging es zack zack, alles einladen und ab in die Luft.
Nach einer Stunde Flug landeten wir an unserer Basis am Ketasee. Alles was wir für das Floating nicht brauchten wurde dort gelassen.
Das nötige Equipment inklusive Booten, Essen und natürlich Wein, Bier und Vodka wurden floatingtauglich verpackt und schon ging es für die eine Gruppe weiter an den Oberlauf der Tokingda und für die andere Gruppe an die Amindakta. Dies waren nochmals je ca. 30 Minuten Heliflug.
So nun waren wir auf einer Kiesbank mitten in der Sibirischen Wildnis. 23 Uhr und immer noch hell, na klar, wir sind auch 300 Kilometer nördlich vom Polarkreis.
Unser russischer Koch machte sofort ein Feuer und verwöhnte uns mit einer kleinen russischen Spezialität. Wir stellten unsere Zelte auf und unser russischer Guide Nikolaj pumpte die Boote auf.
Aus dem einen Bier oder Vodka wurden dann doch mehrere und die Nacht wurde sehr kurz.