Heute wollten wir Stromaufwärts fahren bis an die Stelle wo der Kaitum in den See fliesst. Wir hatten vor mit zwei voll funktionsfähigen Booten diese weite Strecke zurückzulegen, deshalb meldeten wir noch vor dem Morgenessen den defekt des Kahnes Nummer 8.
Beim starten merkten wir aber, dass der Motor nach wie vor noch nicht in Ordnung war. Die an uns vorbeigehenden Guides meinten aber er wurde repariert. So fuhren wir los, kamen aber nicht weit. Nach 300m soff er ab und wollte auch nicht mehr anspringen. So mussten uns Silvio und Simon zurückschleppen.
Der Motor wurde ausgewechselt und es konnte losgehen. Nach etwas über einer Stunde kamen wir am Ziel an. Um nicht an den Felsen der Untiefen hängenzubleiben, stellte Marcel unseren Motor ab und nahm ihn aus dem Wasser. Als er ihn wieder anlassen wollte, hatte er auf einmal die lose Kordel in der Hand. Ohne Werkzeug war es unmöglich den Schaden zu reparieren. So legten wir die letzten Meter rudernd zurück und verschoben das Problem auf den Abend.
Vorerst fischten wir mit der Nymphe und Marcel fing gleich drei schöne Farios, was ungewöhnlich - so sagte man uns - für den Kaitum ist. Es gibt dermaßen viele Aeschen, dass diese meistens schneller am Köder sind als die Forellen.
Zum Mittagessen - wie übrigens jeden Tag - gab es Aeschenfilets am Lagerfeuer. Silvio war zuständig für's Feuer, ich für's ausnehmen der Fische, Marcel für's filetieren und Simon für's kochen. Nur fangen und essen musste jeder seinen Fisch selber. Dazu gab's Brot, Reis oder Teigwaren, ebenfalls am Feuer gekocht. Für's leibliche Wohl war gesorgt.
Um ca 18 Uhr mussten wir wieder zurückfahren, wir hatten uns für's Abendessen im Haupthaus angemeldet.
Wir hatten aber immer noch das Problem der abgerissenen Starterkordel eines unserer Boote. Wir luden alle bis auf zwei unserer Ruten in das defekte Boot, stiegen alle ins andere und schleppten das Erstere ab.
Unterwegs sahen wir auf dem glatten See wieder einmal Aeschen steigen. Simon stellte den Motor ab, packte seine 5er Helios und präsentierte einem der steigenden Fische eine Trockene, welche dieser sogleich nahm.
Der anschliessende Drill wurde selbstverständlich über und unter Wasser fotografiert und gefilmt. Simon konnte eine schöne 40er Aesche landen. Überhaupt sind die verschiedenen Berichte über die Durchschnittsgrösse von 40 cm der Aeschen am Kaitum keinesfalls übertrieben.
Kaum war der Fisch wieder in Freiheit entlassen, packte auch Silvio seine Rute und wurde wenig später ebenfalls mit einem Fisch belohnt. Marcel und ich durften zuschauen, einerseits weil sich unsere Ruten auf dem anderen Boot befanden, andererseits weil wir sowieso nicht zu viert von einem Boot aus fischen konnten. Wir freuten uns aber mit den anderen beiden.
Nach ein paar weiteren Fischen ging's zurück. Im Camp erwartete uns ein fantastisches Abendessen, bestehend aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Wunderbar angerichtet, mit einem erstklassigen Service aufgetischt und noch besser schmeckend.
Danach ging's selbstverständlich nochmals zum Fischen. Wir ließen uns Flussabwärts treiben und fischten die steigenden Fische mit der Trockenen an. Bei den Stromschnellen vom ersten Abend angekommen, legten Simon und Silvio am Ufer an, Marcel und ich wollten es nochmals im See versuchen. Der Wind blies allerdings mittlerweile so stark, dass keine steigenden Fische mehr auszumachen waren. So fuhren wir ins Camp zurück.