Brumann Fischerei und Sportartikel AG

Winter 2010

Während in der Schweiz der Sommer regiert, ist hier in Neuseeland die Winterfischerei auf Bach- und Regenbogenforellen in vollem Gange. Wenn spätestens Ende Juni die letzten Gewässer mit einer Winterschonzeit schliessen, geht es im Zentrum der Nordinsel rund. Aus dem In- und Ausland pilgern dann Fliegenfischerinnen und Fliegenfischer nach Rotorua und an den Lake Taupo.
In Rotorua sind im Winter mit wenigen Ausnahmen nur die Seen offen, mit mehr als 10 Seen ist die Auswahl allerdings gross und in der kalten Jahreszeit werden überdurchschnittlich viele und grosse Fische gefangen.
Beste Fangaussichten bieten die Dämmerungsstunden und die Nacht; dann kommen die Fische in Ufernähe. Bevorzugte Stellen sind kiesige Uferbereiche und Fluss- und Bachmündungen. Hier sammeln sich die Fische für das Laichgeschäft oder für den Laichaufstieg und sind für den Uferfischer gut erreichbar.
Erfolgreiche Muster sind Wolly Bugger, Lumofliegen, Glow Bugs und Boobies. Glow Bugs mit Auftriebshilfe so gross wie "Foifermöckä", gefischt an einer Sinkschnur mit 30 bis 50cm kurzem Vorfach, sind seit Jahren ausserordentlich erfolgreich, wenn auch nicht jedermanns Sache.
Ob statisch oder ganz langsam eingeholt direkt über Grund gefischt, viele Forellen können einem Glow Bug oder Booby in leuchtendem Orange, Gelb oder Pink nicht wiederstehen. Wär vielleicht mal was für den heimischen Bergsee?
Wer die Flussfischerei bevorzugt, kommt am Tongariro River und kleineren, ebenfalls in den Lake Taupo fliessenden Flüssen nicht vorbei. Je nach Wasserstand und Wetterverhältnissen setzt hier ab April/Mai der Aufstieg ein, die beste Zeit liegt oft im Juli/August. Dieses Jahr wurden schon recht früh tolle Fische gefangen, seit vielen Woche hat es jedoch kaum mehr geregnet und die Wasserstände der Flüsse sind tief und das Wasser glasklar.
Massive Winterruns hat es bis jetzt deshalb keine mehr gegeben, trotzdem steigen regelmässig Fische auf. Die Fangmengen sind geringer als üblich, immer wieder ist aber ein grosser Fisch dabei. Letze Woche hat ein überglücklicher Fliegenfischer im Tongariro eine mehr als 6kg schwere Bachforelle gefangen. Unsere Fische wiegen im Durchschnitt zwischen 1 und 2kg bei einer Länge von 45 bis 60cm.
Die Mehrheit der Fischerinnen - hat es mit Ausnahme von Béatrice kaum - und Fischer fischt mit 2 oder 3 Nymphen, eine davon eine schwere "Bombe". Bei den herrschenden Wasserverhältnissen haben sich eine Hare's Ear oder ähnliches in #10 mit Tungstenkopf 4.6mm als "Beschwerung" kombiniert mit natürlichen Mustern wie Pheasant Tail, Hare and Copper etc. in #14 oder besser noch #16 bewährt.
Bei höherem Wasserstand und leichter Trübung ist ein kleiner Glow Bug anstelle der leichten Nymphe kaum zu schlagen. Montiert wird meistens Neuseeland-Style, d.h. die leichte Nymphe befindet sich am Ende der Montage und ist mit 20cm Tippet direkt in den Hakenbogen der schweren Bombe geknüpft. Streamer werden ebenfalls regelmässig gefischt, auch im Fluss vor allem Wolly Bugger Muster an schnellsinkender Schnur. Nur noch wenige Fische werden mit der klassischen Nassfliege gefangen.
In den kleineren Flüssen benutzen wir unsere 5er und 7er Ruten, im Tongariro mit seinen tiefen Zügen, von der Grösse her vergleichbar mit der Thur im Kanton Zürich, fischen wir wegen der schweren Bomben mit 7er und 9er Ruten und Vorfächern von 3.5 bis 4m Länge und 0.23 bis 0.25mm Spitze.
Im Tongariro sind genauso wie im See die Tagesrandstunden und die Nacht hervorragende Zeiten, insbesondere für grosse Bachforellen.
Aber auch wer wie wir zu den Warmduschern und Sitzpinklern gehört und lieber etwas später aufsteht, hat Chancen auf einen Fisch; alleine ist man am Tongariro im Winter ohnehin selten. An den populäreren Pools - alle haben einen Namen - stehen nicht selten 5 oder 6 Fischer in Reih und Glied. Wer die Einsamkeit sucht, wird hier nicht unbedingt glücklich. Wer aber einmal erlebt hat, wenn der Fluss voller Fische ist und das Durchschnittsgewicht bei über 2kg liegt, der kann leicht der Winterfischerei verfallen.
Mehr Berichte über Beatrice und Viktor's Reise finden Sie auf http://www.fishandfun.ch/.